Monatsarchiv: Mai 2013

Neulich beim Literaturdealer

da dreht sich der Autorenkosmos 😉

KatzenWolf„Ich hätte gerne zwei Kilo Literatur, haben Sie da etwas Günstiges?“ fragt der Kunde und schaut auf die farbenprächtige Auslage.

„Aber sicher“, antwortet der Verkäufer mit gewinnendem Lächeln, „gerade frisch hereingekommen, der Bestsellerautor Pfitzock für nur 4,99 das Kilo.“

„Also ich würde ja nach der Seitenzahl gehen“, mischt sich ein anderer Kunde ein, „da haben Sie mehr davon. Und das Buch der Bestsellerautorin Ryli hat 50 Seiten mehr als Pfitzock und das für den gleichen Preis!“

Der clevere Literaturdealer steigt sofort darauf ein: „Und wenn Sie nach Seitenzahl kaufen, können Sie die Titel natürlich auch als E-Book nehmen, da kosten 100 Seiten im Durchschnitt nur noch 1,50 Euro.

Der erste Kunde wirkt ein wenig unsicher: „So viel Geld wollte ich eigentlich nicht ausgeben“, gesteht er.

Der Verkäufer lächelt weiterhin: „Na ja, Markenprodukte haben halt ihren Preis, dafür sind sie ja auch qualitativ hochwertig. Wenn Sie es natürlich ganz besonders günstig haben wollen, wie wäre es mit einem No-Name. Wir hätten da ein E-Book für nur 99 Cent von Müller.“

„Wieviel Seiten?“ der Kunde klingt interessiert.

„Also umgerechnet rund 30. Und es ist zudem noch schön illustriert, handwerklich gut umgesetzt und eine wirklich schöne Geschichte. So etwas bekommen Sie in Print von namhaften Verlagen – beispielsweise als Kinderbuch – nicht unter 4,99. Ein echtes Schnäppchen!“

Erwartungsvoll schaut der Buchdealer seinen Kunden an. Der aber schüttelt den Kopf und erwidert wütend: „Glauben Sie, ich kann nicht rechnen? Da kostet die Seite ja mehr als bei einem 500-Seiten-Bestseller für 9,99 €.“

Der Verkäufer hat allmählich Mühe, seine Fassung zu wahren: „Also denken Sie an so etwas wie Der Hollundergarten von Lucy Ryli – eben nur in billig?“

„Mir doch egal“, muffelt der Kunde, Hauptsache das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

„Und wonach messen Sie das?“ dem Verkäufer gelingt es gerade noch, das Verdrehen der Augen zu vermeiden.

„Na, ich möchte pro Stunde Lesezeit nicht mehr als 10 Cent ausgeben, ist das etwa zuviel verlangt?“

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Wenn der Sehfahrer mit dem Wolf tanzt

Der Wolf im Schafspelz – Wolfgang Schwerdt im Portrait
Publiziert von Sehfahrer am 20. Mai 2013 auf seinem Blog Sehfahrten

. . . Es ging eine gewisse Faszination von meinem Gegenüber aus. Ein freundlicher älterer Herr, höflich, korrekt und ernst, dennoch stets mit einem verschmitzten Lächeln auf dem Gesicht, das auch jetzt, nach knapp einem Jahr der Bekanntschaft, nicht verschwunden ist. Was wundert es, dass ich mit ihm schnell vertraut wurde. Er trägt auch nach Jahren in Nordhessen wohnend immer noch seinen Berliner Dialekt auf den Lippen, und der Schalk im Nacken kämpft ständig mit dem erwünschten Image des distinguierten Herrn. Doch letztlich gewinnt er, der Schalk.

Und hier das ganze Portrait

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