Ein Etikett für alle Fälle

Indies und ihre gemeinsamen Feinde

Gill-PelletanAls unabhängiger Autor beobachte ich natürlich auch ein wenig das Geschehen auf der Leipziger Buchmesse. Und wenn das Stichwort Indie fällt, horche ich naturgemäß auf. Und so ist mir auch der Beitrag des Buchreport.de zur Verleihung des Kurt-Wolff-Preises 2015 unter der Überschrift „Solidarität erwünscht“ ins Auge gefallen. Dort heißt es als Zitat von Stefan Weidle, dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstands „im Sinne der Verbindung beider Indie-Strömungen“: „Wir haben den gemeinsamen Feind des Internet-Handels und den gemeinsamen Feind der Buchhandelsketten. Nehmen Sie uns als Ihre Partner ernst.“

Zu den beiden Indie-Strömungen gehören hier übrigens nicht die Autoren. „Zum Glück!!“ rufe ich als unabhängiger Publizierer (im anglophilen Jargon auch als Selfpublisher oder Indie geschubladet) aus. Denn Kriege anzuzetteln und Feindschaften zu kultivieren, mag ein der Wirtschaft und dem Handel immanentes Bedürfnis sein, die Sache des unabhängigen Schriftstellers ist das eher nicht. Tatsächlich überlege ich bereits seit Längerem, wie ich meine unabhängig herausgegebenen Publikationen treffender bezeichnen kann.

„Indie-Buch“ ist sicherlich nicht nur wegen der sorgfältig gepflegten Feindbilder kein Etikett meiner Wahl. Ebensowenig übrigens wie die Kategorisierung Selfpublisher, die ähnlich wie Indie eher ein Kampfbegriff, denn eine im Einzelfall passende Definition der Autorentätigkeit darstellt. Und so habe ich mich entschlossen, mich nunmehr schlichtweg als Buchautor zu bezeichnen. Als solcher entscheide ich je nach Bedarf ganz unabhängig, ob ich mein jeweiliges Werk (selbstverständlich nach professionellen Kriterien) als Autorenbuch (also nach den inhaltlichen, gestalterischen und ökonomischen Vorstellungen des Autors herausgegeben) oder als Verlagsbuch (also den inhaltlichen, gestalterischen und ökonomischen Verlagsvorgaben angepasst) publiziere. Und während die „beiden Indie-Strömungen“ weiter zu leidenschaftlichen Handelskriegen und Bildung von Feindbildern angestachelt werden, publiziere ich meine Autoren- und Verlagsbücher für meine Leser einfach unabhängig weiter, als Autor eben, nicht als Feind.

Für meine Verlagsbücher stehen beispielhaft die kleinen Kulturgeschichten, im Vergangenheitsverlag, einem Indie 😉 publiziert:
– Andre Zeiten, andre Drachen
– Vampire, Wiedergänger und Untote
– Forscher, Katzen und Kanonen

zu meinen Autorenbüchern zählen beispielsweise:
– Die Schwarzbärflotte
– Die Rotbartsaga

Mit friedfertigen Grüßen
Buchautor Wolfgang Schwerdt

Ach ja, ehe ich es vergesse: Demnächst ist Ostern. Da empfiehlt es sich, einfach mal in meinen Verlags- und Autorenbüchern zu stöbern und unbedingt auf meinen Rotbartsaga-Projektblog zu schauen, dort können Sie alles über meine sagenhaften Autorenbücher zum legendären Schiffskater Rotbart erfahren und so einiges Überraschende und spannende Aktionen entdecken. Als Ostergeschenk für Leseratten ist der erste Band der Rotbartsaga „Das Vermächtnis des Kapitäns Carl Carlszoon“ (als Taschenbuch und als Kindle) übrigens alternativlos 😉

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Ein Kommentar

Eingeordnet unter Autoren-News, Autorenkosmos

Eine Antwort zu “Ein Etikett für alle Fälle

  1. Buchreport – das ist so eine Sache. Jeder hat eben seine persönliche Weise, auf sich aufmerksam zu machen. Ich für meinen Teil bin Indie und Selfpublisher und Autor bin ich auch. Jeder kann mich in die Schublade stecken, die gerade offensteht. Er sollte mich vorher nur lesen, damit er auch die richtige Schublade erwischt.
    Das Kulturgut Buch. Ein hehrer Begriff, erinnert an Dostojewski. Großartig. Ich versuche gar nicht erst, Kulturgüter zu produzieren, weil sie so einen staubigen Geruch verströmen, erinnern an Schule und unerledigte Hausaufgaben. Ich weiß, ich werde nie einen Preis gewinnen, wenigstens nicht für meine Bücher. Mir reicht es, wenn man mich liest und so unterhaltsam findet, dass man auch das nächste Buch von mir liest.
    Solidarität. Großartig. Wer oder was war mit mir solidarisch, als mich vor Jahren die Schreibwut packte? Niemand. Bis mir dann jemand sagte – was wartest du? Mach doch selbst, werde Indie, sei unabhängig. Wer war mit den vielen zumeist jüngeren Lesern solidarisch, die sich keine Bücher kaufen konnten, weil sie zu teuer waren?
    Dann der gemeinsame Feind. Natürlich weiß man, wer oder was damit gemeint ist. Man kann sich eines kleinen Schmunzelns nicht erwehren, denn in dieser Gruppierung, die jetzt die verbindende Feindschaft beschwört, haben sich alle die versammelt, die sich bis vor nicht sehr langer Zeit heftig bekämpft haben. Oder will man heute nicht mehr wissen, dass es die großen Buchketten waren, welche die Tante-Emma-Buchläden und Kleinverlage in die Pleite getrieben haben? Ich weiß, das ist ein unerfreuliches Thema, sollte man sich trotzdem gelegentlich in Erinnerung rufen.
    Wie schreibt Wolfgang Schwerdt? Bald ist Ostern. Stöbert also und findet unterhaltsame Bücher. Und preiswerter als früher ist das Vergnügen auch.

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