Mit Katzenaugen – Laborkatze Brobble

inhaltlich überarbeitet, neu layoutet und illustriert

TitTextKatzenaugenSXDas Büchlein „Mit Katzenaugen“ hat mit dem Cover nicht nur ein neues outfit bekommen, sondern auch eine gründliche Überarbeitung. Bei gleicher Seitenzahl ist nun mehr drin. Neben den bekannten kleinen Geschichten, Fabel- und Märchenhafte, die ich meinen Lesern in diesem Büchlein präsentiere, ist nun auch die unglückliche Laborkatze Brobble neu in das Büchlein aufgenommen worden.
Amüsantes, Spannendes und Nachdenkliches mit und über Katzen völlig neu illustriert.

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Leseprobe Brobbles

FrintiAugen„Auf den ersten Blick sah sie aus, wie eine Katze. Genauer gesagt, wie eine stinknormale, rotgetigerte Hauskatze. Aber Brobble war etwas Besonderes. Sah man nämlich genauer hin, konnte man den großen Nagezahn erkennen, den Brobble gelegentlich entbIößte, wenn die Langeweile in ihrem kleinen Käfig sie wieder einmal gähnen ließ.

Dann konnte man auch sehen, dass Brobble sonst keine Zähne hatte. Auch die Pfoten hätten eher von einem Hund stammen können und die Ohren, ja die Ohren waren durchaus ein wenig zu groß geraten. Nur ein wenig, so dass es anfangs gar nicht auffiel. Früher, als auch die anderen Käfige des kalten, gekachelten Labors noch gefüllt waren, da hatte Brobble sich oft mit ihren Leidensgenossen unterhalten. Da saßen Karnickel, Katzenfutter fressend – denn sie hatten das Gebiss mitbekommen, das eigentlich Brobble haben müsste. Da drängten sich Hunde, Meerschweinchen und Nasenbären hinter den trennenden Gittern, alle auf den zweiten Blick irgendwie anders, als normale Hunde, Meerschweinchen oder Nasenbären. Natürlich hatte man sich lebhaft unterhalten, denn das war das einzige, was in der traurigen, endlosen Zeit gemeinsam möglich war. Selbstverständlich verstand man sich untereinander, denn irgendwie waren alle miteinander verwandt, Sprachbarrieren gab es nicht. Dem außenstehenden Betrachter wäre es sicherlich merkwürdig vorgekommen, einen Hund miauen, eine Katze quieken, ein Meerschweinchen bellen zu hören. Die Leute vom Labor fanden das ganz normal. Schließlich hatten sie jahrelang experimentiert, die verschiedenen Haustiere gentechnisch miteinander gekreuzt, um letztendlich das ideale Haustier zu schaffen. Das Haustier, das alle Eigenschaften besitzt, die die Menschen an den verschiedenen Vierbeinern so schätzen.
Irgendwie war das auch gelungen. Trotzdem war das Ergebnis enttäuschend. Zwar konnten die verschiedenen Tiere beliebig untereinander gekreuzt werden, die neu geschaffenen Haustiere aber glichen sich nie. Sie hatten weiterhin unterschiedliche Charaktereigenschaften, sahen verschieden aus und wenn es einmal gelungen war, ein Wesen zu schaffen, das mehr oder weniger allen Ansprüchen gerecht wurde, dann ließ es sich einfach nicht vermehren. Genau dies war aber das größte Problem. So hatte man zwar das Forschungsziel erreicht, die Lebenserwartung der neuen Haustiere auf rund zwei Jahre zu reduzieren, was natürlich gut für den Absatz und damit das Geschäft gewesen wäre. Wenn man es andererseits aber nicht schaffte, für ausreichend Nachschub, also für eine rege Vermehrung der Designerpets zu sorgen, dann ergab das ganze natürlich keinen Sinn. Viele hochbezahlte Wissenschaftler waren mit diesem Projekt beschäftigt, das Laborgebäude war eigens für diese Versuche neu gebaut worden, Tierpfleger mussten bezahlt werden, und egal, was man auch versuchte, die Tiere hatten immer Hunger. Es war einfach nicht zu schaffen, ein Tier zu züchten, das absolut pflegeleicht war und damit auch nicht gefüttert werden musste -nicht einmal im Urlaub der Besitzer. Kurzum, die erwarteten Erfolge blieben aus, die Kosten stiegen und das ganze Projekt wurde mangels Profitaussichten einfach eingestellt. Es war eine einfache wirtschaftliche Kalkulation. Statt noch jahrelang weiter teure Wissenschaftler zu bezahlen und eine entsprechende Technologie zu unterhalten, legte man den Laborbetrieb einfach still, beschäftigte noch ein paar Pfleger und wartete einfach die etwa zwei Jahre ab, bis das letzte der Retortenhaustiere gestorben war. Zum Einschläfern konnte man sich aus humanitären Gründen und natürlich mit Blick auf die image- und damit geschäftsschädigenden Proteste der Tierschützer— nicht entschließen.
lm großen und ganzen war die Rechnung auch aufgegangen. Innerhalb der folgenden zwei Jahre verstarb eines der Tiere nach dem anderen, die Zahl der Pfleger und natürlich auch die Futterkosten konnten nach und nach reduziert werden. Und nun wartete man darauf, dass, auch Brobble, die Katzenartige, das Zeitliche segnete, um das Projekt ganz einstellen zu können. . . .“

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