Content-Marketing und Journalismus

7a4ec-1898925_10200688886062947_105851460_nZugegeben, ich bin ein journalistischer Dinosaurier. Und deshalb möchte ich hervorheben, dass meine Special-Interest-Online-Magazine für eine spezielle Gruppe von Marketingstrategen einfach nicht zu missbrauchen sind. Es sind jene Marketingfuzzis, die davon leben alte Hüte als „neuen, zeitgemäßen Journalismus des Internetzeitalters“ zu verkaufen. Es sind jene PR-Genies, die versuchen, für Ihre Werbekunden inhaltliche Beiträge beispielsweise in Form von Ratgebertexten in die redaktionellen Teile der Medien zu lancieren. Seriöse journalistische Medien spielten da früher nicht mit und in der Regel machen sie das auch heute nicht.

Aber die Netzwelt ist weit und die Möglichkeiten, aus den klassischen Methoden der versteckten Werbung „innovative Instrumente“ zu entwickeln, sind vielfältig. Eines dieser „innovativen Instrumente“ ist das sogenannte Content-Marketing. Im Prinzip steckt nichts anderes dahinter, als im Auftrag eines Werbekunden redaktionelle Texte zu verfassen und diese beispielsweise als vermeintlich unabhängige, Ratgeberbeiträge oder Testberichte in den Medien unterzubringen, selbstverständlich nicht als Werbung oder PR-Artikel gekennzeichnet.
Keine Frage, die Texte sind von unterschiedlicher Qualität und manche von ihnen sind sogar gut recherchiert und formuliert, professionell, journalistisch, aber eben alles andere als unabhängig. Wie also bekommt die Agentur ihre in Content (Inhalt) verpackte Werbebotschaft unter die Leute? Ganz einfach: Man gebe selbst ein Online-Magazin, beispielsweise als Ratgeber oder Vergleichsplattform heraus, publiziere dort die vom Kunden bezahlten, nach außen aber vermeintlich unabhängigen Inhalte und suche sich geeignet erscheinende Blogger. Denen mailt man ein Angebot, das so mancher (aus welchen Gründen auch immer) nicht ablehnen kann. Da wird der tolle Blog gelobt, wobei für die Marketinesen vor allem Reichweite und Zielgruppe entscheidend ist. Dann wird auf ein tolles Thema (nehmen wir beispielsweise Tierschutz) hingewiesen, zu dem der ebenfalls als Blogger auftretende Absender einen spannenden hochinformativen Artikel verfasst hat. Mehrere „Kooperationsvorschläge“ sind schließlich denkbar:

– Gerne darf der Adressat den (Content-Marketing-)Artikel sogar kostenlos! auf seinem Blog veröffentlichen, vorausgesetzt, er verlinkt auf die Quelle und übernimmt sämtliche im Text enthaltenen (Kunden-)links.
– Gerne darf der Adressat auch einfach nur auf den Ratgeberblog verlinken, großzügigerweise kostenlos – vor allem aber unbezahlt.

Um nicht missverstanden zu werden, jeder entscheidet selbst, wie er auf solche Angebote reagiert, und die eine oder andere Verlinkung oder Textübernahme mag für Blogs durchaus Sinn ergeben. Aber ich bin eben ein journalistischer Dinosaurier, auch wenn sich die Zeiten ändern und innovativer Journalismus auf dem Vormarsch ist. Deshalb bezeichne ich mich in meiner Vita zwar neben Journalist und Buchautor auch als Blogger, meine virtuellen Publikationen nenne ich jedoch aus guten Gründen Online-Magazine.

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Und das bedeutet für alle Content-Marketing-Strategen zum Mitschreiben:

– der überwiegende Teil der Beiträge stammt aus meiner Feder (oder ausgewiesenen Gastautoren bzw. Mitarbeitern) und ist keinem Werbekunden oder Dritten etwas schuldig.
– die Pressemitteilungen, die ich gelegentlich wegen ihres Inhalts aus eigener Entscheidung in meine Magazine übernehme, sind auch hinsichtlich des Urhebers eindeutig gekennzeichnet. Ihre Publikation wird nicht honoriert.
– Ich bin gerne bereit gegen eine entsprechende finanzielle Unterstützung in Form eines verlinkten und eindeutig gekennzeichneten Banners Werbung in meinen Magazinen zu plazieren.
– Ich bin nicht bereit, den durch meine Arbeit mühsam generierten Traffic von meinen Magazinen auf kommerzielle Content-Marketing-Seiten (unter welchem Deckmäntelchen die auch immer firmieren) umzuleiten.
– Als Journalist bin ich aber immer bereit, gegen ein angemessenes Honorar Beiträge meiner Magazine zur anderweitigen Publikation bereitzustellen oder Beiträge zu verfassen.

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Wer sich meine Magazine genauer anschaut (und das setze ich bei Kooperationsangeboten und bei Profis voraus), sollte sich über die obengenannten Punkte eigentlich im Klaren sein. Dennoch erhalte ich immer wieder mails mit zweifelhaften „Kooperationsangeboten“. Mich beschleicht langsam der Verdacht, dass Dinosaurier in der journalistischen Welt als ausgestorben gelten und der neue Journalismus mit seinen innovativen Content-Marketing-Instrumenten mit einer gewissen Dummheit, Naivität, Eitelkeit oder schlichtweg Skrupellosigkeit der Betreiber „neuer Medien“ kalkuliert oder vielleicht sogar selbst davon geprägt ist.

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